Die Antworten werden in der Reihefolge des Eingangs wiedergegeben.

Aufgrund des gesteigerten Frageauskommens, verständigten sich die Parteien darauf, im Bundestagswahlkampf 2021 ein geändertes Verfahren zu nutzen. Die Zeichenzahl pro Frage wurde auf 300 Zeichen begrenz. Die ursprünglichen Fragen mussten deshalb geringfügig modifiziert werden.

Frage 7

Die wichtigste Berufsgruppen für MeH sind in den Jahren nach der stationären Behandlung die ambulant tätigen Neuropsycholog:innen. Wie können Ihrer Meinung nach Anreize geschaffen werden, um zu einer diesbezüglich bedarfsgerechten, auch regional erreichbaren Versorgung zu kommen?

Die Frage wurde eingereicht über die AG Teilhabe, Rehabilitation, Nachsorge und Integration nach Schädelhirnverletzung.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Mögliche Anreize sehen wir GRÜNE in einer besseren, auch die Erreichbarkeit einbeziehende, Bedarfsplanung, einer attraktiveren Vergütung sowie kooperativen, patient*innenorientierten Versorgungsstrukturen.

DIE LINKE.

Frage 7 und 8 werden zusammen beantwortet. Die heutige Bedarfsplanung ist gerade bei den Subspezialisierungen der ärztlichen Fachrichtungen zu ungenau. So existieren zwar Informationen, wo neuropsychologische Praxen zu finden sind (z.B. durch die jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen oder die Gesellschaft für Neuropsychologie), aber es wird kein Bedarf ermittelt und auch nicht versucht, eine bedarfsdeckende Versorgung und bedarfsorientierte Verteilung der spezialisierten Praxen zu erreichen. Anhand von Erfahrungen und Einzelfallberichten bezweifeln wir, dass die Versorgung den Bedarf deckt. DIE LINKE will diese Versorgungsplanung passgenau machen und dabei deutlich mehr Subspezialisierungen einbeziehen. Der Bedarf muss wissenschaftlich ermittelt und auf dieser Basis Versorgungslücken ausgezeichnet werden, die über eine bessere Bedarfsplanung geschlossen werden können. Gerade für spezialisierte Behandlung wie die neuropsychologische Therapie müssen auch ambulante Angebote von Krankenhäusern stärker die Versorgung durch Praxen ergänzen. Falls es wie erwartet eine großflächige Unterversorgung gibt, müssen bereits im Studium die entsprechenden Lehrinhalte aufgewertet werden. Das neugestaltete Studium der Psychotherapie wird momentan in den Hochschulen eingerichtet und erlaubt hier die Stärkung neuropsychologischer Inhalte.

CDU und CSU

CDU und CSU werden dafür sorgen, allen Bürgerinnen und Bürgern einen wohnortnahen und möglichst barrierefreien, sowie auch einen digitalen Weg zur ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung zu ermöglichen. Das gilt selbstverständlich auch für den Zugang zu ambulant tätigen Neuropsychologinnen und Neuropsychologen. Wir wollen uns auch künftig dafür einsetzen, die bereits mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz eingeleitete Reduzierung der Wartezeit auf eine notwendige ambulante Behandlung weiter voranzutreiben. Um die Patientinnen und Patienten genau dort gut zu erreichen, wo der Bedarf hoch ist, setzen wir nach wie vor auf eine Bedarfsplanung, die von flexiblen Instrumenten und sachgerechten Lösungen vor Ort geprägt ist. Dort wo es notwendig ist, sollte die Zahl der Sitze erhöht werden. Außerdem wollen wir an den bereits vorhandenen Instrumenten zur Stärkung bestimmter Facharztgruppen, etwa im Bereich der Neuropsychologie festhalten. So könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen dort, wo der Bedarf besteht, etwa die Umstellung auf einen neuropsychologischen Behandlungsschwerpunkt bei Übernahme oder Neugründung einer psychotherapeutischen Praxis fördern. Hier kommt § 105 SGB V zur Anwendung.

SPD

Leider können wir die zusätzlichen Fragen Ihrer Untergliederung nicht beantworten.

In den vergangenen Wahljahren ist die Zahl der bei uns eingehenden Wahlprüfsteine immer weiter angestiegen. Wir freuen uns über das Engagement und das Interesse vieler Verbände, das damit zum Ausdruck gebracht wird. Allerdings war und ist es uns kaum noch möglich, die vielen Anfragen und die z.T. sehr umfangreichen Fragenkataloge zu bewältigen.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns gemeinsam mit anderen Parteien im Bundestagswahlkampf 2021 auf ein geändertes Verfahren und auf die Einhaltung bestimmter Kriterien, zu denen die Beschränkung auf jeweils 8 Fragen gehört, verständigt. Wir haben u.a. auf unserer Website darüber informiert.

Wir bitten um Ihr Verständnis.

FDP

Die FDP beantwortete die Fragen der AG Teilhabe "im Zusammenhang". Diese Antwort wurde unter Frage 1 online gestellt.

AfD

Uns war es leider nicht möglich, Ihre Wahlprüfsteine fristgerecht zu beantworten und bitten dies zu entschuldigen.

So wichtig Ihr Anliegen ist, so sehr ist es auch zu spezifisch für ein Wahlprogramm zur Bundestagswahl. Die Grundlage für alle Antworten auf Wahlprüfsteine werden in den Wahlprogrammen gelegt. Parteien arbeiten programmatisch strategisch und grundsätzlich, denn sie sollen die „großen Linien“ für die konkrete politische Arbeit vorgeben. Diese Facharbeit findet dann über die Fraktionen in den Parlamenten statt.

Deswegen bieten wir Ihnen an, dass Sie sich an unseren Bundesfachausschuss 8 – Gesundheit – oder an die neue Fraktion und dort den Arbeitskreis Gesundheit wenden. Sowohl der Bundesfachausschuss als auch der Arbeitskreis stehen für einen fachlichen Austausch jederzeit bereit.