Tagungsband zum 4. Nachsorgekongress

Die Durchsetzung einer umfassenden nachstationären Versorgung schädelhirnverletzter Menschen und ihrer Angehörigen ist angesichts der erschreckenden Fallzahlstatistik zwingend notwendig: Alle zwei Minuten erleidet in Deutschland ein Mensch eine Schädelhirnverletzung, über 20 Prozent dieser Patienten sind Kinder unter zehn Jahren. Insgesamt leben in Deutschland über 800.000 Menschen mit Beeinträchtigungen durch Schädelhirnverletzungen.

Deutschland braucht bessere Therapieangebote und Wiedereingliederungshilfen für diese Menschen. Dazu muss aus dem Sozialgesetzbuch IX, das die Rehabilitation regelt, verbindliches Recht - ein sogenanntes Teilhabesicherungsgesetz - werden. Zudem müssen ambulante, wohnortnahe Rehabilitationsangebote flächendeckend ausgebaut werden. Die Arbeitsgemeinschaft Teilhabe fordert darüber hinaus, Schädelhirnverletzungen als eigenen Behindertenstatus anzuerkennen.

Am vierten Nachsorgekongress der Arbeitsgemeinschaft Teilhabe, dessen Ergebnisse der vorliegende Band versammelt, haben erstmals die Vertreter der politischen Parteien und der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung aktiv teilgenommen - ein Signal dafür, dass die Forderungen nach adäquater stationärer und anschließender ambulanter Versorgung und Rehabilitation von der Politik ernsthaft aufgegriffen werden. Nur so kann das Problem »Neurorehabilitation stationär - und dann ...?« effizient zugunsten der Schädelhirnverletzten gelöst werden.

Zielgruppe: in der Neurologischen Rehabilitation und in den Nachsorgeeinrichtungen Tätige, Betroffene, Vertreter der Kostenträger und der Gesundheitspolitik

A. Ebert, W. Fries, L. Ludwig­ (Hrsg.)
Reihe Zentrales Nervensystem, Bd. 4
Hippocampus Verlag, Bad Honnef 2010
129 Seiten, zahlreiche Abbildungen, br., € 24,90,
ISBN 978-3-936817-67-6

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